Finalisten des Young Designers Corner Award 2026
30. September 2026
Es ist soweit – die Finalisten des „Young Designers Corner Award“-Schmuckwettbewerbs 2026 stehen fest! Aus zahlreichen Einsendungen hat die Jury junge Nachwuchsdesigner gewählt, die vom 22. bis 25. Oktober ihre Arbeiten auf der Gemworld Munich präsentieren dürfen.
Neben den durch die Jury vergebenen Preisen, findet im Vorfeld der Messe auch ein Publikumsvoting über den Instagram-Account der Munich Show statt.
Siegerehrung des „Young Designers Corner Award“ 2026:
Donnerstag, 22.10.2025 | 16:00 Uhr | Forum in Halle A2
Die Schmuckkonzepte der diesjährigen Finalisten des Young Designers Corner
Florian Anderer (Deutschland)
Konzept: Michèle Lamy
Das von mir entworfene und gestaltete Schmuckstück ist eine Umsetzung grundlegender
goldschmiedischer Techniken. Ausgangspunkt des Stückes ist ein selbstgegossener Drahtrohling aus 925er Silber. Aus diesem Rohling habe ich von Hand mit dem Zieheisen vier Ringstränge geformt. Einen Runddraht, einen ovalen Strang, einen rechteckigen und einen Strang in Dreiecksform. Für jeden dieser vier Ringstränge habe ich im Anschluss jeweils eine
unterschiedliche Fassungsart ersonnen und die einzelnen Ringbänder dafür dementsprechend vorbereitet, sprich eine Aussparung für den Stein ausgesägt und so weiter. Im Anschluss habe ich die vier Ringbänder durch Lötung miteinander zu einer Konstruktion verbunden, wobei das Hauptaugenmerk darauf lag, eine optisch auffällige und interessante Form zu erschaffen und trotzdem ein angenehmes und unproblematisches Tragegefühl für den Kunden bei zu behalten.
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Der nächste Schritt war es nun, die Steine, insgesamt vier Citrine, in ihre jeweiligen Positionen
ihres Ringbandes einzufassen. Jeder der Steine verfügt über einen unterschiedlichen Schliff und unterstreicht somit noch einmal den individuellen Character des ihn einfassenden Ringbandes. Ein besonderes Merkmal ist, das zwei der Citrine nicht permanent gefasst und mit einer Schiebebeziehungsweise Clickbewegung aus dem Stein herausgelöst werden können. Dies fügt für die Trägerin oder den Träger ein spielerisches Element hinzu und ermöglicht es, diese Steine eventuell sogar auszutauschen.
Die dem Ring zugrunde liegende Idee ist, dass jeder Einzelne der vier Ringe schon alleine und für sich als eigenständiges, konzeptuell interessantes Schmuckstück fungieren und getragen werden könnte. In Verbindung miteinander formen sie aber Gesamtheit, welche den traditionellen Ring in seiner klassischen Form aufbricht und weiterdenkt. In unserer Branche ist es essenziell, Interessentinnen stetig neue Anreize und Entwicklungen präsentieren zu können, um aus der gigantischen Masse an Stücken eine Chance darauf haben zu können heraus zu stechen.
Das von mir angewandte Prinzip findet seinen Ausdruck nun erstmal in dem von mir eingereichten Schmuckstück, das eigentlich spannende liegt aber vor allem im Potential welche die Gestaltungsmethode bietet. Sie eröffnet horrende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Abwandlung von Form, Größe und Material der Ringstränge als auch der verwendeten Steine. Dies zeigt also den gestalterischen Aspekts des Schmuckstücks. Ein grundlegendes Anliegen für seine Erschaffung ist es aber vor allem aber auch gewesen, Trägerin oder Träger ein Schmuckstück zu bieten, welches hervorsticht und eine Aura von Einzigartigkeit innehat.
Heute mehr denn je werden Interessentinnen von Angeboten schier überflutet. Gerade im
niedrigpreisigeren Schmuckbereich scheint jeden Tag eine neue Schmuckmarke aufzukommen, die uns mit ihren Angeboten überflutet. Dies ist per se nicht schlecht, allerdings bereiten solche Anbieter immer wieder die selben leicht rekreirbaren Schmuckstücke und Stile auf und gleichen so wie ein Ei dem anderen. Mir ist es deshalb wie vielen anderen Schmuckschaffenden auch ein besonderes Anliegen, Stücke zu schaffen, die nicht so einfach per CAD oder Auslagerung an ein billige Arbeitsstätte kopiert werden können sondern den wirklichen Wert in der Geschicklichkeit und Ausbildung von Fachkräften widerspiegelt. Der von mir eingereichte Ring spiegelt das in einer leicht verständlichen und schlichten Art und Weise, die gleichzeitig dennoch durch ihre fachgerechte Gestaltung und Umsetzung überzeugt.
Arash Asgari (Italien)
Konzept: Dragonfly Brooch
Ein Schmuckstück, das auf die Trägerin reagiert
„Dragonfly“ ist eine Haute-Joaillerie-Brosche, die von der Bewegung einer Libelle und davon inspiriert ist, wie sich ein Schmuckstück verändert, wenn es getragen wird.
Ausgangspunkt des Projekts war die Beobachtung des Insekts in Bewegung. Seine Flügel vibrieren schnell, während sich sein segmentierter Körper sanfter und langsamer bewegt. Ich wollte diese Eigenschaften in den Schmuck selbst übertragen, anstatt die Libelle nur als visuelle Vorlage zu nutzen.
Aus diesem Grund ist die Brosche nicht vollständig statisch. Kleine Bewegungen der Trägerin können die Flügel und den Hinterleib aktivieren, sodass sich das Schmuckstück beim Tragen auf subtile Weise verändert. Diese Interaktion zwischen der Person und dem Schmuckstück wurde zu einer der zentralen Ideen hinter dem Projekt.
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Bewegung und Innovation
Die Brosche nutzt zwei verschiedene Arten kontrollierter Bewegung.
Die vier Flügel sind mit einem Tremblant-Mechanismus ausgestattet, der bei jeder Bewegung der Trägerin eine leichte Vibration erzeugt. Die Bewegung ist bewusst dezent gehalten, sodass die Flügel optisch stabil bleiben und dem Schmuckstück dennoch Lebendigkeit verleihen.
Der Hinterleib ist in gelenkige Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt kann sich in einem begrenzten Bereich drehen, wodurch der Schwanz seine Position ändern kann, ohne dass die Gesamtform der Libelle verloren geht.
Diese beiden Systeme erzeugen unterschiedliche Reaktionen innerhalb desselben Schmuckstücks. Die Flügel reagieren schnell, während sich der Hinterleib eher allmählich bewegt. Bewegung wurde daher von Anfang an als Teil des Designs betrachtet und nicht als zusätzliches dekoratives Element.
Materialien und optische Gestaltung
Kopf, Brust, Hinterleib, Beine und der größte Teil der tragenden Struktur bestehen aus eloxiertem Titan. Die Wahl fiel auf Titan, da sein relativ geringes Gewicht für eine detailreiche und bewegliche Brosche von Vorteil ist, während seine Festigkeit es für tragende und bewegliche Komponenten geeignet macht.
Die eloxierte Oberfläche wechselt von tiefem Blau zu Violett. Diese Farben wurden gewählt, um an die bei Insekten häufig zu beobachtenden schillernden Effekte zu erinnern und einen Kontrast zu den weißen Diamanten zu schaffen.
Diamanten sind an ausgewählten Stellen der Flügel angebracht und setzen sich über Kopf, Brust und Hinterleib fort. Das Design umfasst 445 einzeln positionierte runde Diamanten mit einer Größe von etwa 0,7 mm bis 2,4 mm.
Die Steine folgen der Form und den Gliederungen des Körpers, sodass sich die Lichtreflexe je nach Blickwinkel auf die Brosche verändern.
Die Augen bestehen aus schwarzen Onyx-Cabochons, die einen starken dunklen Kontrast zu den umgebenden Diamanten bilden.
Entworfen für die physische Fertigung
„Dragonfly“ wird derzeit anhand des fertigen CAD-Modells und gerenderter Bilder präsentiert, wurde jedoch mit Blick auf die physische Fertigung entwickelt.
Während des CAD-Prozesses habe ich die innere Struktur, die Steinfassungen, die mechanischen Verbindungen, die Abstände zwischen beweglichen Teilen, die Metalldicken und die Montage berücksichtigt.
Der Hinterleib besteht aus separaten Abschnitten, die durch Gelenke verbunden sind, welche eine kontrollierte Drehbewegung ermöglichen. Die Bewegung ist begrenzt, um die Stabilität zu gewährleisten und die beabsichtigte Silhouette zu bewahren.
Die Flügel verfügen über ein verdecktes Federsystem, das nahe am Thorax positioniert ist. Während der Fertigung kann dieser Mechanismus vom Goldschmied angepasst werden, um das richtige Gleichgewicht zwischen Stabilität und Schwingung zu erreichen.
Die Steinfassungen wurden gemeinsam mit der Hauptgeometrie des Schmuckstücks entwickelt. Pavé-Bereiche, einzelne Steinfassungen und strukturelle Stärken wurden bereits während des Modellierungsprozesses berücksichtigt und nicht erst nach Fertigstellung der äußeren Form hinzugefügt.
Die meisten mechanischen Elemente sind hinter oder im Inneren des Körpers positioniert, sodass sie gegenüber dem Erscheinungsbild des Schmuckstücks im Hintergrund bleiben.
Tragbarkeit
Obwohl „Dragonfly“ ein auffälliges Haute-Joaillerie-Stück ist, wurde es so konzipiert, dass es getragen werden kann.
Die Verwendung von Titan für den Körper und die beweglichen Teile trägt dazu bei, das Gesamtgewicht zu reduzieren. Weißgold kommt vor allem in den Flügeln zum Einsatz, wo seine Festigkeit und sein strahlendes Aussehen direkt zum Design beitragen.
Auch die beweglichen Teile sind aus praktischen Gründen kontrolliert ausgelegt. Die Flügel vibrieren, anstatt frei zu schwingen, und der Hinterleib bewegt sich nur in einem begrenzten Bereich. Dadurch kann das Schmuckstück auf die Trägerin reagieren und bleibt gleichzeitig stabil auf der Kleidung sitzen.
Ein Steckmechanismus ist hinter dem Körper angebracht, sodass er die Frontansicht der Brosche nicht beeinträchtigt.
Die vier Flügel verteilen zudem das visuelle Volumen auf eine größere Fläche, anstatt die gesamte Form auf einen einzigen schweren Mittelpunkt zu konzentrieren.
Fazit
„Dragonfly“ untersucht die Verbindung zwischen einem Menschen, einem Schmuckstück und Bewegung.
Das Projekt versucht nicht, eine Libelle genau so nachzubilden, wie sie in der Natur vorkommt. Stattdessen überträgt es einige ihrer markantesten Eigenschaften – wie flatternde Flügel, segmentierte Bewegungen und Leichtigkeit – in ein tragbares Objekt.
Traditionelle Materialien der Haute Joaillerie werden mit Titan, CAD-Entwicklung und verborgenen mechanischen Systemen kombiniert. Die technischen Elemente unterstützen das Erlebnis des Schmuckstücks, anstatt selbst in den Vordergrund zu treten.
Wenn sich die Trägerin bewegt, können die Flügel zittern, der Hinterleib sich leicht verschieben und die Reflexionen der Diamanten sich verändern.
Das endgültige Erscheinungsbild von „Dragonfly“ ist daher nicht vollständig festgelegt. Ein Teil seines Charakters ergibt sich aus der Person, die es trägt.
Elveda Bayrak (Deutschland)
Konzept: Collier – Eine fließende Verbindung
Mit meinem Collier wollte ich ein völlig neues Kettenglied entwerfen. Der wichtigste Punkt war für mich von Anfang an, dass ich keine Zwischenösen benötige und stattdessen ein Glied entsteht, das fließend in das nächste übergeht. Es sollte leicht wirken und nicht starr. Eine Form, die in sich beweglich bleibt und trotzdem immer wieder eingesetzt und weitergedacht werden kann.
Ketten faszinieren mich, weil sie aus immer wieder ähnlichen oder gleichen Gliedern bestehen, die sich gegenseitig halten. Genau dieses Zusammenspiel wollte ich neugestalten: Ein einzelnes Glied kann für sich betrachtet unscheinbar wirken, aber in Verbindung mit den übrigen Gliedern entsteht ein Strang, der eine ganz eigene Ästhetik entwickelt und schwerer zu durchbrechen ist als jedes Glied allein. Kommt am Ende noch der Körper hinzu, verändert sich das gesamte Erscheinungsbild noch einmal. Genau mit diesem Wandel vom ersten Glied bis zum fertigen Schmuckstück wollte ich spielen.
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Meine Regeln für den Entwurf
- Kein Bruch der Form durch runde Zwischenösen.
- Ein fließender Übergang zwischen den einzelnen Gliedern.
- Roter Farbakzent, weil Rot eine kräftige, ausdrucksstarke Farbe ist.
Inspiration
Die Grundform des Glieds ist von den fließenden Mustern der Natur und des menschlichen Körpers inspiriert: von der Art, wie sich der Mensch in fließenden Bewegungen bewegt, oder wie Wind, Meer und Bäume miteinander im Einklang stehen und trotzdem etwas dazwischen liegt. Es hat mich interessiert, wie etwas zusammenpasst und sich gleichzeitig voneinander unterscheiden kann.
So wie sich zwei Menschen Freunde, Verwandte oder Liebende. Wie eine Kette im Einklang steht, aber dennoch ihren eigenen Charakter behält. Dieser Gedanke sollte sich im größeren, zweiten Glied widerspiegeln: als Erinnerung daran, dass wir uns verbinden und trotzdem unseren eigenen Geist behalten.
Vom Oval zur eigenen Form
Ausgangspunkt meiner Formfindung war ein einfaches Oval. Mich hat interessiert, wie weit sich eine Grundform verändern und abstrahieren lässt, bis die ursprüngliche Form kaum noch zu erkennen ist. Wie man das Ergebnis anschließend so in ein Schmuckstück integriert, dass es wieder harmonisch wirkt. Mir war wichtig, ein Gleichgewicht zu schaffen und mit dem Material zu arbeiten, ohne von Anfang an genau zu wissen, wie das Ergebnis am Ende aussehen würde.
Damit zwei unterschiedlich große Glieder zueinander passen und kein Bruch zwischen ihnen entsteht, habe ich bewusst nicht die Ausgangsform verändert, sondern ausschließlich mit der Größe gespielt. Beide Glieder gehen auf dieselbe Grundform zurück, nur die Proportionen unterscheiden sich. So bleibt der fließende Übergang erhalten, auch wenn die Glieder unterschiedlich groß sind.
Technische Umsetzung
Um die passende Form zu finden, habe ich zunächst Wachsmodelle angefertigt und getestet, welche Variante dem gewünschten fließenden Übergang am nächsten kam. Mit dem Oval als Ausgangsform habe ich die Idee anschließend in Metall umgesetzt, bis ich das perfekt fließende Glied hatte.
Beim Zusammensetzen der Kette hat sich gezeigt, dass ein etwas breiteres Mittelglied dem gesamten Collier eine bessere optische Tiefe verleiht und angenehmer zu tragen ist. Um daraus eine gleichmäßige Kette zu fertigen, habe ich von beiden Gliedformen eine Silikonform abgeformt und die Einzelteile gegossen. In das größere Glied wurden bereits im Wachsmodell rote Granate eingesetzt und mitgegossen, sodass Stein und Form von Anfang an eine Einheit bilden.
Darüber hinaus lassen sich mehrere Gliederreihen kombinieren, wodurch das Gesamtbild eine neue Ästhetik erhält.
Besonders wichtig war mir ein Verschluss, der sich nahtlos in das Gesamtbild einfügt, statt die fließende Linie der Kette zu unterbrechen. Dafür habe ich den Verschluss direkt in das größere Glied integriert: Es wird eine Öffnung gesägt, dass wie ein S Verschluss eingehackt werden kann und auf der einen Seite mit einem Scharnier gelötet. Die Kugel und das Draht stück dienen als weitere Sicherung.
So öffnet und schließt sich das Glied selbst, und der Übergang zum kleineren Glied bleibt ohne sichtbaren Bruch, der Verschluss wird Teil der Form.
Fazit
Aus einer einzigen, immer wieder abgewandelten Grundform ist eine Kette entstanden, die ohne Zwischenösen auskommt und in der sich jedes Glied fließend in das nächste fortsetzt. Erst im Zusammenspiel der Glieder und schließlich im fertigen Collier entfaltet sich die eigentliche Ästhetik: ein Bild, das sich vom einzelnen Glied bis zum ganzen Schmuckstück stetig weiterentwickelt, so wie Menschen, die miteinander verbunden sind und dabei doch ihren eigenen Charakter behalten.
Auch beim Tragen passt sich das Collier perfekt an den Hals an, wodurch man es kaum noch wahrnimmt. Es wird eins mit dem Körper, und der Träger fühlt sich leicht und gelassen.
David Gleyzer (Deutschland)
Konzept: Trembling Water
Als Künstler fühle ich mich für die Kunst und für die Zukunft der Welt verantwortlich, daher hielt ich es für sehr wichtig, das Thema Wasser anzusprechen. Wasser ist eine wichtige natürliche Ressource und ein Zeichen des Lebens auf der Erde. Es schenkt dem Planeten und all seinen Bewohnern Leben und Wohlstand. Deshalb stelle ich durch meinen Schmuck eine Verbindung zwischen den Menschen und globalen Themen her.
Dieses Schmuckstück erzählt von dem Wasser, das bei jeder kleinen Bewegung der Trägerin oder des Trägers mit schwingt. Die Boa-Halskette schmiegt sich um den Körper und fließt wie Wasser von ihm herab. Das Besondere an diesem Schmuckstück ist, dass jeder selbst entscheiden kann, wie er diese Boa trägt und wie sie am Körper wirkt, denn sie ist flexibel und vielseitig. Die Halskette lässt sich in jeder Form tragen, individuell anpassen und leicht verändern.
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Die Steine wirken wie Wassertropfen an dünnen Silberfäden und erwachen bei jeder noch so kleinen Bewegung der Trägerin zum Leben.
Die Topase in den Farbtönen von „London“ bis „Sky Blue“ sind im Birnenschliff geschliffen, wodurch der Schwerpunkt auf der Rückseite des Steinpavillons auf den dünnen Draht einwirkt und so die Schwingungsamplitude verstärkt.
Die Topase in diesem Schmuckstück zeigen ein exquisites Farbenspiel, das sanft von einem Farbton in den nächsten übergeht und so ein Gefühl von Tiefe und strahlendem Licht erzeugt. Jeder Stein ist farblich aufeinander abgestimmt und bildet so eine vollständige und harmonische Komposition. Aus dem dunklen London-Topas, der die Farbe der Wassertiefe vermittelt, schießen Wasserstrahlen hervor, die allmählich heller werden und die satte Farbe des Schweizer Blau-Topas annehmen; während sie nach und nach nach oben dringen, werden die Wasserstrahlen vom Druck der Tiefe befreit und werden leichter und luftiger, wie der Himmel – eine Farbe, die der des Sky-Blue-Topas perfekt entspricht.
Die Steine sind mit einer feinen Silberschicht galvanisiert. Dazu wurde zunächst ein spezieller Silberlack auf die Steine aufgetragen, der beim Beschichten das Silber an sich band. Der Draht wurde gespannt und anschließend per Laser an die galvanisierten Steine gelötet.
Man nahm einen etwa 20 cm langen Draht und lötete an beiden Enden Steine an.
Auf diese Weise entstanden 40 Rohlinge, die anschließend zu einem gemeinsamen Knoten verflochten wurden, wobei die Flexibilität erhalten blieb.
Dieses Schmuckstück schafft eine Verbindung zwischen Menschen und Wasser. Wer diesen Schmuck trägt, wird daran erinnert, dass Wasser genauso wertvoll ist wie Edelmetalle und Edelsteine.
Maciek Kasprzak (Deutschland)
Konzept: V-Ring
Der V-Ring will nicht bloß gefallen. Er stellt eine Frage, die eine Frau selten laut ausspricht. Woran bemisst sich ihr Wert, und wie viel davon liegt noch immer im Blick der anderen, in ihrer Erscheinung und in dem Bild, dem sie zu genügen glaubt?
Die Inspiration des Rings war Venus, die römische Göttin der Schönheit, der Anmut und der Liebe. Über den gesamten Reif spannt sich die Kontur einer liegenden Venus, entlehnt aus „Giorgiones Schlummernder Venus“ und zahlreichen Interpretationen desselben Motivs aus der Kunstgeschichte. Die Linie, die diese Form beschreibt, ist bewusst bei meiner Interpretation aufgelöst, verflüssigt, und gibt keinen bestimmten Körper preis. Gerade in ihrer Unschärfe liegt die erste Aussage des Rings: Das eine Ideal gibt es nicht.
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Dieser weichen Linie antworten geraden Kanten auf beiden Seiten. Wo die Kontur nachgibt, hält der äußere Rand des Rings streng und geometrisch dagegen und fasst den fließenden Körper ein wie eine Vorschrift. Das Ideal ist und war niemals der Körper selbst. Es ist der Rahmen, in den man ihn zwingt. Indem der Ring diesen Rahmen sichtbar macht, hart und unbeirrbar um die weiche Form gelegt, stellt er ihn im selben Augenblick infrage.
Auf Herzhöhe ruht ein Stein im Tropfenschliff, gehalten von einer fast geschlossenen Zarge. Dass er genau dort sitzt, ist kein Zufall. Während die Kanten das Maß von außen anlegen – den prüfenden Blick und das Urteil der anderen – verlegt der Stein die Frage nach innen, dorthin, wo eine Frau ihren Wert selbst bestimmt. Die Fassung umschließt ihn und gibt ihm Schutz. So rückt der Ring den Wert in die Mitte, ins Herz, und nicht an den Rand.
Denselben Gedanken führt der Ring in drei Steinen weiter, die drei Temperaturen derselben Zuwendung zu sich selbst verkörpern. Der Morganit steht für die leise Selbstannahme, der Smaragd für Erneuerung, der Rubin für Lebenskraft. Den Rubin fasst rhodiniertes Weißgold, dessen kühle Helligkeit das tiefe Rot erst zum vollen Glühen bringt, während Morganit und Smaragd in warmem Gelbgold ruhen, das ihre Wärme aufnimmt und weiterträgt.
So trägt der Ring am Ende eine einzige Überzeugung, dass eine Frau sich lieben darf, so wie sie ist. Das ist keine Auflehnung gegen die Ideale, die eine Gesellschaft ihr vorhält, sondern eine Unabhängigkeit von ihnen. Denn ihr Wert bemisst sich nicht an der Nähe zum Ideal. Er liegt in ihr selbst.
Sebastian Prater (Deutschland)
Konzept: Two Minds
Was passiert, wenn zwei völlig unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander treffen und eine versucht der anderen eine Idee aufzuoktroyieren? Werden eigene Ansichten aufgegeben, ist es nur ein Umformen oder kann es sogar eine schleichende Behauptung über den fremden Willen geben? Dieses Gedankenspiel ist in meinem Armreif Two Minds aufgegriffen. Mit meiner an neuronale Netzwerke erinnernden Struktur verfolge ich dieses Gedankenspiel und lasse zwei Teile kollidieren.
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Bei meinem Armreif werden die zwei Teile des Reifes als Kontrahenten aufgestellt und ineinander verschränkt. Beide sind durch unterschiedliche Materialität in Oberflächenfinish und Farben voneinander abgegrenzt. Als zwei Teile eines Ganzen bleiben Sie durch die verbindende Textur erkennbar, jedoch transportiert die unterschiedliche Formgebung Eindruck zweier Entitäten. Die eine Hälfte des Armreifs ist formal solide gestaltet und bekommt durch einen dominanten Peridot Gravität; der andere Teil ist gegabelt, störbarer, aber größer geformt.
Ich denke Schmuck ist untrennbar mit dem Betrachter und Moment seiner Rezeption verbunden, ob man das möchte oder nicht. Aber ich mag den Gedanken, dass auch die Form selbst etwas zu sagen bekommt. Daher gebe ich gerne in meinem Schmuckstück eine Richtung an – sei es eine Linie, einen Sog oder ähnliches.
Dennoch ist die Form so gewählt, dass sie im Unklaren lässt, ob der dunkle Teil, aufgespalten wird oder den golden Teil, nominell dessen zentrales Element, den Stein, umschließt. Somit kann letztlich der Träger selbst wählen, welchen Ausgang er für das Szenario sieht oder vielmehr sehen möchte. Mir persönlich gefällt der Gedanke, dass sich beide Teile behaupten.
Der Armreif lässt sich in der Mitte spalten und klappt an einem Dreierscharnier auseinander (das verdeckende Plättchen ist ein unabdingbarer Einklemmschutz). Verschlossen wird der Reif durch einen Magnetverschluss.
Die Umsetzung erfolgte in einem Programm, welches normalerweise eher für Architektur genutzt wird, jedoch dienlicher ist um die komplexen Strukturen zu erstellen. Die Scharnierbewegung und Fassung wurden dann händisch gefertigt und eingefügt.
Isabella Vincze (Österreich)
Konzept: WHEEL OF ENDURANCE
Die gestalterische Leitidee dieses Meisterstücks wurzelt in einer 5.000 Kilometer langen Radreise von Wien über Pforzheim quer durch Frankreich. Diese physische und mentale Grenzerfahrung lehrte mich die essenziellen Prinzipien von Ausdauer („If you feel weak, do something strong“), Kontinuität („Always keep moving“) und der Akzeptanz des stetigen Wandels („The only Constant in Life is Change“).
Das Schmuckstück fungiert als Symbol für Antrieb, Kraft und das Überwinden eigener Grenzen. Der Entwurf abstrahiert die Mechanik des Fahrrads – dessen Motor der Mensch selbst ist – und übersetzt die Ästhetik einer Fahrradkassette in ein tragbares Objekt.
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Formgebung und Gestaltung
Der Armreif ist als serielle Reihung von sieben Zahnradelementen konzipiert. In der vertikalen Achse steigen diese zur Mitte hin in Größe und Höhe an, um anschließend wieder spiegelsymmetrisch abzusteigen.
• Rhythmus & Dynamik: Durch die versetzte Anordnung der Zahnreihen entsteht eine fließende Optik, die Rotation und Bewegung suggeriert.
• Transparenz: Gezielte Durchbrüche in den Radkörpern sowie die durch Abstandhalter geschaffenen Freiräume zwischen den Ebenen verleihen dem massiven Entwurf eine technische Leichtigkeit.
• Oberflächenspiel: Das Wechselspiel aus präzise strichmattierten (satinierten) Flächen und hochglanzpolierten Kanten betont die plastische Tiefe. Der satinierte Strich unterstützt hierbei optisch die radiale Ausrichtung der Zähne.
Materialwahl
Um den unterschiedlichen mechanischen Anforderungen gerecht zu werden, wurde eine gezielte Materialkombination gewählt:
• Korpus (Zahnräder, Kasten, Scharniere): 935er Silber für eine hochwertige Optik und gute Verarbeitungseigenschaften.
• Funktionselemente (Verbindungsstifte, Feder): 800er Silber, um aufgrund der höheren Härte der Legierung eine langfristige Funktionsfähigkeit zu garantieren.
• Hochbelastete Komponenten (Gewindestifte, Schrauben): 585er Nickelweißgold. Die Wahl fiel auf dieses Material, um maximale Zugfestigkeit und Verschleißarmut an den kritischen Verbindungspunkten zu gewährleisten.
Konstruktion und technischer Aufbau
Die Montage des Armreifs erfolgt über ein komplexes, von innen nach außen aufgebautes Stecksystem. Die Präzision der Passungen ermöglicht einen Verbund, der primär durch Spannung und konstruktive Logik hält.
• Fügetechnik: Zylindrische Stifte unterschiedlicher Längen verbinden die Segmente. Während die Hauptstifte den gesamten Korpus durchdringen, fixieren Sekundärstifte gezielt einzelne Ebenen.
• Besonderheit: Ein integrierter Gewindestift am zweiten Zahnrad erlaubt die Montage des äußeren Elements erst nach der finalen Versäuberung des Schlosses – eine konstruktive Lösung zur Sicherung der Oberflächenqualität.
Bewegungsmechanik
Die Artikulation des Armreifs wird durch eine kombinierte Scharnierbewegung in zwei Ebenen realisiert:
- Horizontale Ebene (Flachscharnier): Die Verbindung der Hälften erfolgt über konzentrisch aufgebaute, lamellenartige Finger. Ein querlaufender Arretierungsstift begrenzt den Öffnungswinkel auf 45°, was sowohl die Handhabung optimiert als auch die Mechanik vor Überlastung schützt.
- Vertikale Ebene: Ein fünfteiliges Scharnier mit differenzierten Abschnittslängen verbindet die zentralen Zahnräder. Die ungleichmäßige Teilung wurde bewusst gewählt, um die Scharnierfugen harmonisch in das visuelle Gesamtbild der Zwischenräume einzufügen.
Verschluss
Den technischen Abschluss bildet ein „schwebend“ eingepasstes Kastenschloss.
• Integration: Der Drücker des Schnäppers nimmt die Geometrie der Zahnräder auf und fügt sich nahtlos in die Silhouette ein.
• Funktion: Die im kurzen Kastenteil fixierte Feder rastet sicher hinter dem Kulissenblech ein, welches den Schwung der äußeren Zahnreihen formschlüssig fortführt.
Sarah Weindl (Österreich)
Konzept: Water Spring
Der Entwurf begann mit pastellfarbenen Cabochons aus Beryll. Aus ihnen entstand der Wasserbezug, und sie gaben die Form für die weiteren Elemente des Colliers vor. Das Collier ist bewusst nicht vollständig aus diesen Cabochons gestaltet. Die Metallelemente bilden einen Kontrast zwischen der Leichtigkeit der lichtdurchlässigen Berylle und der visuellen Schwere von opaken Steinen. Das visuelle Gewicht wird in Metall übersetzt. Die Metallelemente sind aus unrhodiniertem Weißgold gefertigt. Nur zwei Elemente wurden mit Pavé besetzt. Diese fangen das Licht ein und reflektieren es. Die Struktur von Vogelfedern wurde in Platin gewalzt. Die dabei entstandenen Plättchen wurden unter die Berylle gesetzt. Die feinlinige Struktur der Federn unterstreicht die Leichtigkeit der Berylle. Im Gegensatz zu den Pavé-Elementen erzeugen sie eine räumliche Tiefe. Je nach Lichteinfall wird die Struktur der Federn sichtbar, es entstehen dezente Lichtreflexe.
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Alle Elemente des Colliers sind leicht beweglich, damit sie sich der Form des Körpers anpassen können. Die Beweglichkeit wurde bewusst etwas eingeschränkt, damit das Collier beim Tragen seine Form und Anordnung beibehält. Verwendet wurden 82g unrhodiniertes Weißgold, 6,5g Platin, 267 Diamanten mit insgesamt 2,94 ct sowie 13 Cabochons mit einem Gesamtgewicht von 171 ct. Wie zuvor erwähnt wurden Vogelfedern durch Walzen in die polierten Platinplättchen eingeprägt. Verschlossen wird das Collier durch ein eingebautes Heinzpatent in einem der Weißgold Elemente. Das unrhodinierte Weißgold wirkt besonders natürlich und harmoniert mit den verschiedenfarbigen Cabochons, da es im Unterton weder zu warm und noch zu kalt ist. Die Oberflächen der Weißgoldelemente wurden mattiert, wodurch die visuelle Schwere der Weißgold Elemente unterstrichen wird. Hierdurch entsteht ein deutlicher Kontrast zu den Cabochons und den Pave Elementen. Der einreihige Aufbau des Colliers und die vorhandene Beweglichkeit machen es vielseitig tragbar.
Der Young Designers Corner Award
Seit 2012 vergibt die Munich Show – Mineralientage München den „Young Designers Corner Award“ – einen Preis für junge Talente aus der Schmuckbranche. Der Wettbewerb bietet engagierten Kreativen die Möglichkeit, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Eine hochkarätige Jury wählt die acht Finalisten aus. Die Kriterien für die Bewertung der Schmuckstücke und Uhren: Innovation, Alltagstauglichkeit und technisch-künstlerische Umsetzung.
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